WYF - Fünf Finger bilden eine Faust!

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Beitrag von Claus-Georg Nolte

Jetzt ist es vorbei, das lang hergesehnte Workers Youth Festival. Die Erwartungen des vorangegangenen Hypes wurden fast alle erfüllt: Internationaler Austausch, neue Kontakte und Wiedersehen mit guten Freund*innen aus aller Welt, politische Diskussion, gemeinsame Visionen und natürlich der mehrsprachige Singen der Internationalen mit Gänsehautgarantie! Selbst das befürchtete schlechte Wetter fand sich am letzten Tag noch ein.

Was mir vor allem in Erinnerung bleibt ist der Bericht der Genossen aus Kenia. Ein Ruf nach Internationaler Solidarität zur Bewältigung der Flüchtlingsströme aus Somalia, die unsere kenianischen Freund*innen nicht alleine versorgen können. Eine Situation, die ähnlich auch auf unsere europäischen Nachbarn aus Griechenland zutrifft, wo aus der Überforderung im Umgang mit Flüchtlingen in Krisenzeiten ein bedenklicher Zustrom für rechte Parteien erwächst. In beiden Fällen ist schnelle und unbürokratische Hilfe gefragt, wir müssen uns dafür einsetzen, dass die Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Elend und Hunger nicht selbiges in Flüchtlingscamps wieder erleiden. Die wohlhabenden Staaten, allen voran Deutschland, sind in der Pflicht diese Menschen anzunehmen und ihnen ein würdiges Leben zu ermöglichen. Hier geht es nicht nur um die Entlastung der an Krisen-Regionen angrenzender Länder im Rahmen der gelebten Solidarität, hier geht es auch um Menschenrechte und vor allem das Menschenrecht auf Migration ohne als Flüchtling oder Asylant*in gebrandmarkt zu werden!

Auf der anderen Seite hat mir das Festival wieder vor Augen geführt, wie vielfältig die Meinungen, Visionen und Prioritäten im linken Spektrum sind. Es ist schön, dass wir uns immer wieder zusammenfinden um darüber zu diskutieren, Gemeinsamkeiten auszuloten und so die Basis für Ziele zu finden, auf die wir vereint hinarbeiten können. Wir müssen aber darauf achten, dass bildlich gesprochen die Schlagkraft unserer roten Faust nicht verloren geht, weil sich die Finger uneins sind. Freund*innen des Ballsports kennen sicher den Schmerz, wenn der Ball mit voller Wucht auf zB. den ausgestreckten Mittelfinger, anstatt auf die geballte Faust trifft. Wir können viel von einander lernen, aber dafür müssen wir weiterhin Möglichkeiten haben wie das WYF um uns über alle Grenzen hinweg auszutauschen. Miteinander diskutieren, aber gemeinsam marschieren. Damit unsere Bewegung so eindrucksvoll bleibt, wie unser gemeinsame Demo durch Dortmund!