Feminismus und Frieden

Die Themen der zweiten Workshop-Phase beim Workers Youth Festival

In der zweiten Workshop-Phase von 14:30-17:00 Uhr am Freitagnachmittag gab es viele Workshops, Panels und Diskussionen zu den Themen „Globale Probleme und Frieden“ und „Gleichstellung und Feminismus“. Wieder wollen wir euch von einigen einen kurzen Eindruck geben:

Panel discussion: Developing peace – left wing foreign policy perspectives

                Blog-Notizen und Fotos von Stefan Brauneis, Zusammenfassung Wiebke Neumann

Gäste dieses Panels waren Daniel Cornalba (MJS, Frankreich), Bettina Schulze (Juso-BUVO) und Tim Schlösser (IUSY-Vice). Moderiert wurde die Diskussion von Jochen Steinhilber von der FES. Ursprünglich war Martin Schulz als Gast eingeladen, musste aber leider kurzfristig absagen. Das gab allerdings auch den internationalen AktivistInnen im Saal mehr Raum für Diskussionen zu den großen Linien unseres internationalen Engagements.

Die TeilnehmerInnen waren sich einig, dass wir alle in unserer internationalen Arbeit ein breites Verständnis von internationaler Politik haben, das sehr weit über klassische Außenpolitik hinausgeht. Wir fokussieren auf internationale Aspekte, die im Leben junger Menschen Einfluss haben. Am wichtigsten ist dabei die Orientierung an Gleichheit, das bringt auch das neue IUSY-Grundsatzprogramm zum Ausdruck.

Die TeilnehmerInnen waren sich auch einig, dass wir ein solidarisches Europa wollen, denn das ist auch eine wichtige Frage für internationale Politik: nur wenn wir Europa weiterentwickeln und stärken, wird es weiter den Frieden sichern können. Wenn wir nicht dafür kämpfen, kann das Projekt Europa auch scheitern. Zwei zentrale Fragen sind für uns eine gerechte globale ökologische Entwicklung und die Demokratisierung internationaler Institutionen.

Weitere Themen waren auch die stärkere Regulierung von Waffenexporten und eine echte Friedenspolitik, die alles dafür tut, internationale Konflikte ohne militärische Interventionen zu lösen. Laut den TeilnehmerInnen können schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine Intervention rechtfertigen. Solange wir keine Welt ohne Staaten und Grenzen erreichen können, bleibt die Souveränität von Staaten von zentraler Bedeutung, deshalb sollen Interventionen nur unter klaren und engen Kriterien und ausschließlich mit UN-Mandat in Betracht gezogen werden. Militärinterventionen sind immer ein deutliches Zeichen für das vorherige Versagen internationaler Politik.

Ein weiterer Schwerpunkt des Panels war das Thema Europa. Daniel vom IUSY machte deutlich, dass wir EU politisieren müssen. Die Alternativen zwischen Sozialisten, Liberalen und Konservativen auch auf europäischer Ebene müssen deutlich werden, das EU-Parlament muss gestärkt werden und die gemeinsame Außenpolitik der EU muss echte Partnerschaften eingehen. Tim betonte in diesem Zusammenhang, dass wir keinen Eurozentrismus wollen, sondern die Perspektiven junger Menschen in internationalen Organisationen und Bündnissen gemeinsam ein – und voranbringen und neue BündnispartnerInnen gewinnen wollen.

World Café: Und Brüderle war erst der Anfang…Wie bekämpfen wir Sexismus in unserer Gesellschaft?!

Bei diesem World Café tauschten sich die TeilnehmerInnen über ihre Erfahrungen mit Sexismus im Alltag aus. An einem Tisch ging es beispielsweise um Sexismus in der Schule. Rollenbilder wurden aufgedeckt und kritisiert und eine stärkere Sensibilisierung der LehrerInnen bei diesem Thema gefordert. Denn, wie eine Teilnehmerin feststellte: „Oft werden junge Frauen nicht ernst genommen“.

Workshop: Popfeminismus: Kann Popkultur kritisch und feministisch sein?

In diesem Workshop ging es um den Ansatz, Popkultur als politisches Feld zu sehen, dass Männlichkeit und Weiblichkeit herstellt oder eben durchkreuzt. Die TeilnehmerInnen definierten die Kriterien von Pop für sich. Zeitgeist, Unterhaltung und Bekanntheit waren hier wichtige Punkte. Im Anschluss wurden popfeministische Zeitungen und Videos gezeigt, vorgestellt und diskutiert.

Podiumsdiskussion: Feminismus in Zeiten der Krise

In dieser Podiumsdiskussion wurde mit Expertinnen wie Chantal Louis von der Emma Redaktion, Katharina Schwabedissen vom Institut für kritische Theorie und der feministischen Rapperin Sookee über Feminismus in Zeiten der Krise diskutiert. Es ging beispielsweise um Femen und ihren nackten Protest. Dieser wurde kontrovers diskutiert, denn es besteht die Gefahr, dass sich die Frauen zum Objekt machen lassen. Andererseits ist ihre radikale Protestform ein Weg, um der Gesellschaft den eigenen Sexismus um die Ohren zu hauen. Ein weiteres Thema war Prostitution. Diese vermittle ein gefährliches Geschlechterbild. Die zahlreichen ZuhörerInnen waren gebannt von der Diskussion.

Workshop: Willy Brandt Center Jerusalem – difficult times for promoting peace

In diesem englischsprachigen Workshop diskutierten PartnerInnen aus Israel und Palästina mit uns über die aktuelle Situation vor Ort. Besonders die Situation nach der israelischen Wahl spielte eine Rolle. Die TeilnehmerInnen waren sich einig, dass internationale Bewegungen und PartnerInnen wichtig sind und Solidarität notwendig. Jan Lichtwitz moderierte die Diskussion in dem Nahost-Zelt, das bis zum letzten Platz voll mit interessierten TeilnehmerInnen besetzt war.

Events

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Deutsch,
 
 

The foreign policy of the left aims to transfer peace, understanding, dialogue and civil conflict regulation into concrete action. In the last 25 years global politics relived profound structural changes. We want to discuss guidelines for a new foreign policy.

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Dürre Models im Fernsehen. LehrerInnen, die behaupten: „Mädchen könnten eh kein Mathe“. WohnungsbesitzerInnen, die keine gleichgeschlechtlichen Paare wollen. Wie bekämpfen wir Sexismus in der Gesellschaft? Was sind gute Strategien hierfür?

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d
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Im Mittelpunkt steht der Ansatz, Popkultur als ein politisches Feld zu sehen, das Männlichkeit und Weiblichkeit herstellt oder eben durchkreuzt. Anhand von popfeministischen Zeitschriften und Videos wollen wir uns anschauen, wie herrschaftskritisch diese Strategie ist und was Popfeminismus überhaupt ist.

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Deutsch,
 
 

In dieser Podiumsdiskussion wollen wir unter anderem mit Katharina Schwabedissen und Chantal Louis (Emma Redaktion) den gesamtgesellschaftlichen Rollback auch und gerade in der Frauenfrage diskutieren. Gemeinsam wollen wir überlegen, ob der Rollback in Sachen Emanzipation im Zusammenhang mit der ökonomischen Krise zu sehen ist.

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Young comrades from Israel, Palestine and Germany are partners in the Willy-Brandt-Center since 1996. Together with our partners we want to discuss the current perspective for dialogue and peace. What’s the situation after the Israeli elections, what does non-violent resistance mean and what’s the task for international partners?


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